Branchenübergreifend werden Wertversprechen neu formuliert, um die Wettbewerbsposition auszubauen. Für die beteiligten Führungskräfte hat dabei die Kundenbindung oberste Priorität.
So setzen zahlreiche Unternehmen auf Personalisierung, um den Wert ihrer Produkte und Leistungen für B2B-Kunden sowie für Verbraucher zu steigern. Marktforschenden zufolge sind Verbraucher bereit, 20 % mehr für maßgefertigte Konsumgüter zu zahlen und längere Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Somit lohnt sich für Fertigungsunternehmen die Aufnahme individualisierbarer Produkte in ihr Angebotssortiment.
Eine Full-Service-Lösung ist ein weiterer entscheidender Wettbewerbsvorteil. Egal, ob es sich um große Infrastrukturprojekte oder um Schnelldreher handelt – Kunden möchten heute in sämtliche Phasen von der Produktentwicklung bis zur Markteinführung einbezogen werden. Der Digitalisierungsbeauftragte eines Architektur- und Ingenieurbüros sieht die Lösung darin, ein interdisziplinäres Team zusammenzubringen, in dem zukünftige Eigenheimbesitzer und -besitzerinnen bereits beim Kauf des Baugeländes und der Anfertigung erster Bauzeichnungen aktiv beteiligt werden.
Ökologische Nachhaltigkeit hat sich als weiterer einflussreicher Wirtschaftsfaktor etabliert, der die Führungskräfte vieler Unternehmen zur Neuformulierung ihrer Wertversprechen zwingt. Immer mehr Staaten verabschieden Gesetze zur Realisierung ambitiöser Klimaschutzziele, und über hundert Länder haben sich im Rahmen der Climate Ambition Alliance verpflichtet, ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2050 auf null zu reduzieren.
Mittlerweile geht der Druck nicht mehr nur vom Gesetzgeber, sondern auch von den Kunden und Verbrauchern aus, die bei Kaufentscheidungen zunehmend auf nachhaltige Geschäftspraktiken achten. So geht aus dem jüngst von Autodesk veröffentlichten Sustainability Report des Beratungsunternehmens Frost & Sullivan hervor, dass Unternehmen die Ansprüche und Erwartungen der Kunden als Hauptgrund für Investitionen in mehr Nachhaltigkeit nennen.
Fragen zur Wiederverwertbarkeit eines Endprodukts oder zur Energieeffizienz der verwendeten Werkstoffe werden sowohl von den zuständigen Behörden als eben auch von den Kunden gestellt. Dem Innovationsbeauftragten eines beteiligten Unternehmens zufolge besteht neben diesem externen Druck jedoch auch intern eine starke Motivation zur Förderung nachhaltiger Praktiken, die noch über die gesetzlichen Auflagen und Kundenerwartungen hinausgehen.
Branchenübergreifend veröffentlichen immer mehr Unternehmen Daten zur Umweltbilanz ihrer Produkte und Leistungen. Zunehmend wird auch in Technologien wie Automatisierung und Künstliche Intelligenz investiert, die schnellere und präzisere Maßanfertigungen mit weniger Materialverschwendung sowie optimierte Projektlebenszyklen im Baugewerbe ermöglichen.
Zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen durch innovative Wertversprechen setzen Führungskräfte auf bessere Kundenbindung durch personalisierte Produkte, Full-Service-Angebote und ökologisch nachhaltigere Geschäftspraktiken.