Wenn landwirtschaftliche Abfälle zur Herstellung von Biomaterialien für Batterien verwendet werden können, wird es möglich, mehrere Millionen Tonnen Abfall vor der Verbrennung zu bewahren und sie stattdessen in einen neuen, nachhaltigen Produktkreislauf zu leiten. Forschungs- oder Produktionseinheiten können an allen Orten aufgebaut werden, wo proteinreiche Rohstoffe zur Verfügung stehen, was fast überall der Fall ist.
Noch wichtiger ist, dass die Batterien mit den gewohnten Verfahren hergestellt werden können. „Die Stapel- und Crimpprozesse bleiben unverändert. Wir führen die Proteinsynthese durch und erstellen dann den Anodenschlamm sowie den Kathodenschlamm. Diese Schlämme werden in die vorhandenen Maschinen oder Anlagen gefüllt und nach dem gängigen Verfahren hergestellt. Ansonsten bleibt alles beim Alten“, so Baliarsingh.
Für die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit ist es von entscheidender Bedeutung, dass die auf Proteinen basierten Werkstoffe in die bestehende oder etablierte Infrastruktur zur Herstellung von Batterien übertragen werden können. Unternehmen sind nicht bereit, hohe Beträge für die vollständige Umstellung ihrer Herstellungsprozesse auszugeben. Gleichzeitig wollen Verbraucher nicht die daraus entstandenen Batterien kaufen, wenn sie um ein Vielfaches teurer sind.
Die Baliarsingh-Schwestern setzten auf die Nutzung bestehender Infrastrukturen, um ein überzeugendes Geschäftskonzept für Partner zu entwickeln. „Als Start-up hat man nicht viel Geld, um neue Produktionseinheiten zu errichten“, sagt Baliarsingh. „Wir mussten uns also an die vorhandene Infrastruktur anpassen.“
Die Batterien von Nexus Power werden nicht nur aus Abfällen hergestellt, sondern sind auch vollständig biologisch abbaubar: Am Ende der Nutzungsdauer bestehen die Inhalte im Wesentlichen immer noch nur aus altem Blatt- und Pflanzenmaterial. Sobald sie von der Plastikhülle und Metallkabeln getrennt sind, können sie einfach im Kompost entsorgt werden.
Baliarsingh zufolge erbringen die Batterien von Nexus Power eine bessere Leistung als Blei-Säure-Batterien, Lithium-Ionen-Batterien oder sogar die alternativen chemischen Systeme, die sich immer mehr verbreiten. Wegen der höheren Energiedichte der pflanzlichen Schlämme schnitten sie um bis zu 25 % besser ab als vergleichbar große Batterien anderer Typen. Des Weiteren sei der Preis dank des reichlich vorhandenen und kostengünstigen Rohstoffs niedriger.
Nexus Power verfügt durchaus über die Mittel, um sich in Bezug auf Leistung und Kosten als Marktführer zu positionieren. Indes sehen die Baliarsinghs ihren Fokus auf Nachhaltigkeit als eigentliches Hauptverkaufsargument und Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens.