„Der Schlüsselfaktor ist die Batterietechnologie“, meint Nowicki. „Wir suchen nach Möglichkeiten, Energie zu speichern und gemeinsam zu nutzen. Daher haben wir auch unseren für die Energieerzeugung zuständigen Geschäftszweig mit ins Boot geholt, um die Energieversorgung mit der Erfahrung des Teams so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Eine weitere Herausforderung ergab sich im Hinblick auf die Lärmschutzanforderungen, auf die Uber großen Wert legte. Der Lärm, der an den Rotoren von Drehflüglern entsteht, wird allgemein nach unten in Richtung Straße abgegeben. Wir haben ein Lärmschutzsystem entwickelt, das diese Beeinträchtigungen reduziert.“
Einfluss auf den Entwurf hatte aber auch die menschliche Psychologie: Wie bewegen sich Passagiere durch die Räumlichkeiten des SKYPORT, wie reagieren sie auf Beschilderung und wie sieht eine zeitgemäße Wegeführung im Zeitalter der Technologie aus? Wie kann man der Angst vor dem Fliegen oder engen Räumen entgegenwirken? „Wir haben Sicherheitsexperten konsultiert“, erklärt Peterson. „SKYPORT-Nutzer könnten alle möglichen Dialekte oder Sprachen sprechen. Wir können keine kulturelle Norm voraussetzen. Alle wichtigen Informationen müssen schnell vermittelt werden. Wir haben darüber nachgedacht, Farben oder andere Mittel zu verwenden, um dies zu erreichen.“
Wenngleich das Produkt noch nicht überall erhältlich sein wird, plant Uber bereits jetzt die Verwendung von Farbe als Orientierungshilfe. Hierbei wird dem Nutzer auf dessen Smartphone eine bestimmte Farbe angezeigt, die dann auch der Fahrer verwendet. So können Fahrgast und Fahrer leichter zueinander finden – besonders nachts oder an Orten, an denen reger Menschentrubel herrscht. „Das System muss intuitiv und einfach sein“, betont Nowicki. „Wenn die Leute es nicht sofort begreifen, nutzen sie es auch nicht.“
Otto Normalverbraucher zu überzeugen, in ein Lufttaxi zu steigen, ist eine Herausforderung. Ihn dazu zu bringen, in ein Lufttaxi zu steigen, in dem gar kein Fahrer – oder besser Pilot – sitzt, ist nochmal eine ganz andere Hausnummer. Im vergangenen Sommer hat Uber ein Helikopter-Programm in New York City gestartet, das die Reisezeit zwischen dem JFK Airport und Lower Manhattan um bis zu drei Viertel reduziert. Bei diesem Zeitvorteil ist anzunehmen, dass sich der Gedanke früher oder später durchsetzt und sich die Fahrgäste an kurze City-Flüge gewöhnen.
„Wir erwarten eine schrittweise Entwicklung“, so Shane Campbell, Transportation Manager bei Gannett Fleming und Mitglied der „Urban Air Mobility“-Arbeitsgruppe. „Die US- Bundesluftfahrtbehörde geht besonnen und vorsichtig an dieses Thema heran. Sicherheit hat absoluten Vorrang. Jedem in der Branche ist klar, dass die Reife des Systems durch jede Menge Daten gestützt werden muss. Zunächst werden Piloten mit an Bord sein. In dieser Phase werden die ganzen Daten gesammelt und die Tests durchgeführt.“
„Um die Vision zu verwirklichen und eine steigende Nachfrage und sinkende Preise zu erreichen, muss das eVTOL-Flugzeug letztendlich jedoch autonom fliegen“, weiß Campbell. „Erfreulicherweise beobachten wir einen Wandel im Hinblick auf die Akzeptanz von Mobilität als Dienstleistung. Verbraucher sind zunehmend bereit, für diese Art von Mobilität Geld auszugeben. Mit dem Fortschreiten dieser Technologie wächst auch ihre Akzeptanz, sodass die Passagierzahlen nach und nach steigen werden.“