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Erfahren Sie, wie Sie Zeitachsenbearbeitungen in Fusion verwalten, Geometrie korrigieren, Elemente verschieben und parametrische sowie direkte Modellierung anwenden, um effiziente, produktionsreife Konstruktionen zu erhalten.
Haben Sie sich schon einmal in Fusion festgefahren, z. B. nach Kombinationsvorgängen, Geometrieänderungen oder falsch platzierten Bohrungen? Damit sind Sie nicht allein. Mit steigender Projektkomplexität kann man sich leicht durch vorangegangene Schritte auf der Modellierungszeitachse in die Enge getrieben fühlen. Doch hier kommt die gute Nachricht: Fusion ermöglicht es Ihnen, Probleme flexibel in jeder Phase zu beheben. Änderungen lassen sich effizient vornehmen, ohne stundenlange Konstruktionsarbeit rückgängig zu machen oder Ihr Modell zu beeinträchtigen.
Im Folgenden sehen wir uns einige Best Practices zum Verwalten von Konstruktionsänderungen und Zeitachsenbearbeitungen sowie Verschieben von Elementen an.
Balance zwischen parametrischen und direkten Bearbeitungen
Eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt werden, lautet: „Sollte ich in der Zeitachse zurückgehen, um etwas zu korrigieren, oder Bearbeitungen einfach am Ende durchführen?“
Falls Ihr Modell parametrisch mit Skizzen und Abhängigkeiten erstellt wurde, können Sie in der Zeitachse zu einem früheren Zeitpunkt zurückkehren und diese Elemente ändern. Wenn Ihre Bohrungen beispielsweise in einer Skizze definiert oder mit dem Befehl Bohrung platziert wurden, ist das Anpassen ihrer Position so einfach wie das Bearbeiten des ursprünglichen Elements.
Dies ist allerdings nicht immer praktikabel. Mit zunehmender Modellgröße enthalten Zeitachsen unter Umständen Hunderte von Elementen. Wenn Sie zurückgehen, um ein winziges Detail anzupassen, kann dies in eine zeitaufwendige Suche mit potenziellen nachgelagerten Auswirkungen ausarten. In solchen Fällen ist das Arbeiten am Ende der Zeitachse nicht nur schneller, sondern oft auch intelligenter.
Warum ist das Ende der Zeitachse so wichtig?
Stellen Sie sich das Ende der Zeitachse als abschließende Definition Ihres Produkts vor, die Sie an CNC-Bediener, Kunden oder Produktionsteams übergeben. Falls Sie kleine geometrische Anpassungen vornehmen möchten, die vorgelagerte Vorgänge nicht grundlegend beeinflussen, können Sie dies auf jeden Fall am Ende tun.
Fusion bietet Ihnen dieses Maß an Flexibilität. Müssen Sie eine Bohrung verschieben oder Geometrie korrigieren? Finale Optimierungen lassen sich direkt umsetzen, ohne den gesamten Modellverlauf zu beeinträchtigen. Das Ergebnis: weniger Nacharbeiten, schnellere Verfeinerung von Konstruktionen und ein stärkeres Vertrauen darin, dass Ihr Modell fehlerfrei und produktionsbereit ist.
Zwei praktische Methoden zum Korrigieren einer Bohrungsposition
Option 1: Löschen und neu erstellen
In Fusion lassen sich bestimmte Flächen wie zylindrische Bohrungen mühelos löschen.
- Wählen Sie einfach die zylindrische Fläche aus, und drücken Sie die ENTF-Taste.
- Erstellen Sie eine neue Skizze mit einem neuen Bohrungspunkt, und platzieren Sie ihn genau an der gewünschten Position.
- Stellen Sie die Skizze fertig, verwenden Sie den Befehl Bohrung, und definieren Sie Größe, Tiefe oder Gewindetyp neu.
Diese Methode funktioniert besonders gut, wenn die ursprüngliche Geometrie über einfache Änderungen hinausgeht oder wenn die Bohrung nicht parametrisch erstellt wurde.
Option 2: Befehl Verschieben – schnell und flexibel
Wenn Sie lediglich ein bestehendes Element leicht verschieben müssen, verwenden Sie den Befehl Verschieben:
- Wählen Sie das Objekt, die Fläche oder den Körper zum Verschieben aus.
- Drücken Sie die M-Taste (Tastenkürzel für Verschieben).
- Geben Sie einen genauen Abstand ein, oder verwenden Sie die Punkt-zu-Punkt-Positionierung.
Sie können beispielsweise den Bohrungsmittelpunkt um exakt 12 mm in Y-Richtung verschieben oder ihn mit der Option Von/Bis an einem bestimmten Punkt in Ihrer Konstruktion ausrichten. Dieser Direktbearbeitungsansatz ist schnell, planbar und ideal für nachgelagerte Verfeinerungen vor der Produktion.
Parametrische und direkte Bearbeitung
Beide Ansätze haben ihre Vorteile. Bei der parametrischen Bearbeitung profitieren Sie von vollständiger Kontrolle über Konstruktionsabsichten und Abhängigkeiten. Dies ist in frühen Konstruktionsphasen oder bei der Entwicklung konfigurierbarer Bauteile unabdingbar.
Doch in der Fertigung ist Zeit oftmals die eigentliche Herausforderung. Wenn Sie CNC-, Rendering- oder 3D-Druckvorgänge vorbereiten, sind Direktbearbeitungen am Ende sehr praktisch. Der Schlüssel liegt in der Balance, d. h., zu wissen, in welchen Fällen sich der parametrische oder der direkte Ansatz empfiehlt.

Wesentliche Erkenntnisse zu Zeitachsenbearbeitungen in Fusion
- Das Ende der Zeitachse stellt Ihre vollständige Konstruktion dar – scheuen Sie sich nicht, sie anzupassen.
- Fusion unterstützt sowohl parametrische als auch direkte Bearbeitungen: Nutzen Sie das Werkzeug, das für die jeweilige Situation am besten geeignet ist.
- Die Befehle Flächen löschen und Verschieben sind leistungsstarke Funktionen für schnelle geometrische Korrekturen.
- Überprüfen Sie Ihre endgültige Geometrie stets vor der Produktion, um sicherzustellen, dass durch die Bearbeitungen keine Konflikte entstehen.
Die Zeitachsenbearbeitung in Fusion hilft Ihnen dabei, agil und effizient zu bleiben, ganz gleich, ob Sie als neuer Konstrukteur die Grundlagen erlernen oder als erfahrener Ingenieur Ihren Arbeitsablauf optimieren. Späte Änderungen im Prozess sollten sich nicht wie ein Rückschlag anfühlen – das gehört zu intelligenteren Konstruktionsvorgängen dazu.